Netflix-Review: What/if

Auf die neue Netflix-Serie wurde ich durch den Newsletter von Quotenmeter.de aufmerksam. Der Titel klang immerhin vielversprechend. Ich habe mir ein raffiniertes Spiel mit verschiedenen Optionen und Möglichkeiten erwartet. Vielleicht sowas ähnliches wie „Sliding Doors“. Was war ich naiv!

Leider habe ich einen fatalen Fehler begangen. Anstatt mir zuvor die im Newsletter verlinkte Kritik durchzulesen, habe ich mir eine Nacht lang die komplette erste und (hoffentlich) einzige Staffel der Netflix-Serie angeschaut. Das hätte ich mir sparen können. Aber das ist halt der Nachteil am Binge-Watching: Irgendwann ist der Punkt erreicht, da willst du nur noch wissen, welche Abgründe sich fürderhin auftun. In diesem Fall betraf das sowohl die Charaktere wie auch die Qualität der Serie.

Im Nachhinein kann ich mich der offiziellen Kritik nicht nur anschließen, sondern auch noch eine Schippe drauflegen.  Ich habe „What/If“ als unausgegorene Mixtur aus verschiedenen Elementen bekannter Filme und Serien erlebt. „Der Teufel trägt Prada“ war da ebenso vorherrschend vertreten wie diverse Serien aus den 80ern und aus der Welt der Schönen und Reichen   Da kam eine Prise „Emergency Room“ vor und ein Schuss „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“.  Nicht zu vergessen, eine kurze Anlehnung an „Haus des Geldes“ – ebenfalls eine Netflix-Serie, aber im Gegensatz zu „What/if“ ein wahres Fundstück. Ich will gar nicht wissen, welche anderen Formate da sonst noch so verwurstet wurden, von denen ich keine Kenntnis habe.

Fazit: Wer als Netflix-User an intelligent gemachter Serien-Unterhaltung interessiert ist, kann „What/if“ getrost vergessen. Alle anderen sollen sich den Mist von mir aus anschauen.

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TV-Review: Tatort, „Anne und der Tod“

Gezeigt am Sonntag, 19.05.2019, ab 20:15 in Das Erste

Soweit ich mich erinnere, ist es bisher niemals vorgekommen, dass ich mir einen „Tatort“ zwei Tage später noch ein zweites Mal komplett angeschaut habe. Diesmal musste es sein. Ich war von dieser Episode dermaßen begeistert, dass ich sicher gehen wollte, ob ich wirklich alles verstanden habe.

Da hat einfach alles gestimmt bis ins letzte Detail:
Die Darsteller, das Drehbuch, die Regie, die Kamera, der Schnitt, die Kostüme.

(Kleine Spoilerwarnung: Wer die Episode noch nicht gesehen hat und nicht vorab wissen will, was passiert, sollte jetzt vor dem Weiterlesen dem obigen Link folgen.)

 

 

 

Gepackt hat mich die Handlung gleich mit der ersten Szene: Eine Frau um die 40 sitzt am Tisch und ruft ihren Arbeitgeber an, um sich wegen einer Darminfektion krank zu melden. Gleich darauf führt sie ein weiteres Telefonat. Sie erklärt ihrem Sohn, sie könne nicht nach Haus kommen, weil sie eine Doppelschicht ableisten müsse. Somit ist von Anfang an klar: Die Frau lügt. Erst in der nächsten Eistellung sehen wir, wo sie sich befindet, nämlich bei der Polizei. Sie arbeitet als Krankenpflegerin für einen privaten Pflegedienst und wird wegen des Todes zweier bettlägeriger Patienten vernommen, die von ihr betreut worden sind. In beiden Fällen handelt es sich um Männer im Seniorenalter.

Was mich besonders fasziniert hat, ist der ungewöhnliche Umgang mit der zeitlichen Abfolge. Die Szenen sind nicht chronologisch angeordnet, sondern thematisch. So lässt das Drehbuch von TV-Review: Tatort, „Anne und der Tod“ weiterlesen

Schrödingers Katze oder Das Spiel mit dem Feuer

Sicherlich hat jeder schon einmal von Schrödingers Katze gehört, dem bedauernswerten Viech, das mit einer 50-prozentigen Todeswahrscheinlichkeit in eine blickdichte Kiste eingesperrt wird und das anschließend zugleich tot ist und am Leben. Jedenfalls so lange, bis einer die Kiste öffnet und nachschaut.

Zwar gibt es das Bonmot, dies sei „sowohl Tierqälerei als auch keine Tierquälerei“. Es gibt viele paradoxe „Sowohl als auch“ Witze, die auch nach 83 Jahren noch auf Kosten von Schrödingers Katze gehen.  Tatsache ist, dass dabei niemals ein Tier zu Schaden kam. Keine Ahnung, ob dieser Schrödinger wirklich jemals mit einer Katze näher zu tun gehabt hat. Wenn  ja, bin ich mir sicher, dass er das Tier geliebt hat und dass es ihr gut ging. Denn es handelt sich her um ein reines Gedankenexperiment, auch wenn es nicht unbedingt politisch korrekt war. In diesem Sinne trifft der Vorwurf der Tierquälerei bestenfalls auf einer gedanklichen Ebene zu. Und ich denke, Schrödinger hat dieses Szenario extra gewählt, um seiner Hypothese einen  krassen Anstrich zu geben.

Zugegeben: Ich habe Schrödingers Katze nie so recht verstanden. Zumal einem jeder etwas anderes erzählt. In der ersten Version, die ich gehört habe, war so eine löchrige Metallscheibe im Spiel, wie sie in einer Küchenmacheine verwendet wird, um Gurken oder Mohrrüben kleinzuschnippseln. Diese Scheibe, die in hoher Geschwindigkeit am Rotieren ist, ist an der Wand der Box angebracht, in der sich die Katze befindet. Sie wird für eine Sekunde mit tödlichen Laserstrahlen beschossen.  Entweder trifft die Strahlung eines der Löcher oder nicht. Somit wäre die Katze anschließend entweder tot oder am Leben, unabhängig davon, ob ich nachschaue, oder nicht.  Jedenfalls lautet das Stichwort „Entweder – oder“ und nicht „Sowohl als auch“.  Abgesehen davon gibt es tödliche Laserwaffen bestenfalls in Science Fiction Filmen, aber m.W. nicht in der Realität.

Nachdem ich mich nun etwas schlauer gemacht habe, treffe ich noch immer auf unterschiedliche Varianten. Immerhin ist es mir deutlicher geworden, auf was Schrödinger hinaus wollte, denn in jeder der relevanten Versionen ist ein radioaktives Atom im Spiel, welches letztlich den Tod der Katze auslöst und sie zugleich verschont lässt. Da ich selbst kein Physiker bin, bin ich darauf angewiesen, den Erläuterungen der Fachleute zu folgen bzw. zu glauben. Allerdings habe ich auch keinen Anlass, daran zu zweifeln. Denn tatsächlich funktioniert ja auch in unser normalen Welt alles genau so wie von den Fachleuten berechnet. Wir beziehen unseren Strom aus der Kernkraft, es gibt Atomwaffen, die bereits 2 Städte dem Erdboden gleich gemacht haben und inzwischen zweifellos ganze Staaten innerhalb weniger Sekunden auslöschen können. Das ist die bittere Realität! Und zugleich hat das Ganze etwas Märchenhaftes.

Laut der Quantenphysik gelten auf atomarer Ebene ganz andere Gesetze als bei uns im Makrokosmos.  So hat ein Atom offenbar die Fähigkeit, sich an verschiedenen Orten  geichzeitig aufzuhalten bzw. muss dies sogar tun, um den Bestand unserer Welt zu gewährleisten. Ich bin überzeugt, manch ein Top-Manager würde für diese Möglichkeit sein halbes Vermögen hinlättern. Aber so funktioniert das wohl nicht.

Doch davon abgesehen, hat wohl auch die mikroskopische Ebene ihre Grenzen. Und diese liegt – so Schrödinger – in der Beobachtung.  Und zwar – darauf scheint er Wert zu legen – in der Beobachtung durch ein intelligentes Wesen. Und wer sollte das hier auf  Erden wohl sein wenn nicht wir Menschen. Zumindest nach dem Kenntnisstand von 1935, dem Geburtsjahr von „Schrödingers Katze“.

In einigen Videos zu dem Thema, die ich mir angeschaut habe, war die Rede davon, dass Energie zugleich Teilchen- und Wellenform annehmen kann, in anderen hieß es, ein Atom könne zugleich zerfallen und stabil bleiben. Als Nicht-Experte erscheint mir letzteres gedanklich noch eher greifbar. Nun koppelt Schrödinger in seinem Gedankenexperiment einen makroskopischen Mechanismus an den Zustand des Atoms. Daraufhin erzeugt dessen Zerfall mittels irgendwelcher Katalysatoren eine kleine Explosion, welche die Zerstörung einer Ampulle mit Giftgas und somit den Tod der armen Katze bewirkt. Zugleich bliebe die Katze aber am Leben, weil ja das Atom zugleich auch stabil bleibt. So weit, so verständlich. Da aber das Atom erst stillhält und sich für einen Zustand entscheidet, wenn es beobachtet wird, können wir beim Öffnen der Kiste das Resultat nicht nur sehen, so wie wir beim Öffnen des Backofens feststellen können, ob unsere Tiefkühlpizza „schon gut“ ist. Nein … wer diese Kiste öffnet, der hat das Resultat selbst beeinflusst! Durch was auch immer.

Nun habe ich noch eine ähnliche Versuchsanordnung entdeckt, die hat mich stutzig gemacht. Da ist nämlich eine Art Geigerzähler eingebaut. Sobald der ausschlägt, wird ein Hammer aus seiner Arretierung gelöst. Dieser zerschlägt die Ampulle mit Giftgas, alles andere läuft ab (und zugleich nicht) wie zuvor beschrieben. Allerdings – so meine Überlegung – ist doch hier die erforderliche „Beobachtung“ bereits gewährleistet, die das Atom in seiner Wandlung innehalten lassen sollte, nämlich durch das Messgerät! Reicht dem Atom das nicht? Nimmt das Atom so ein elektronisches Messgerät als Beobachter womöglich nicht ernst und macht daher fröhlich weiter mit seiner Wandlung, bis der Chef persönlich nachschauen kommt? Muss es also unbedingt ein Mensch sein, der seiner steigen Wandlung durch Beobachtung Einhalt gebietet? Wenn ja, warum?!?

Eben deshalb sehe ich ein erstaunlich märchenhaftes Element in einer Versuchsanordnung und Hypothese, die aus der Wissenschaft kommt.
Der Mensch als Gebieter über die Urgewalten – das ist ein Thema, das uns häufig im Märchen begegnet!
Sei es in den Märchen aus 1001 Nacht, wo der böse Dschinn letztlich in seine Flasche zurückgezwungen wird, oder beim „Zauberlehrling“, der irgendwann die Kontrolle verliert.

Natürlich ist das Thema auch der klassische Nährboden für Horrorfilme.

Wer kann schon mit Gewissheit sagen, was darüber entscheidet, ob die Katze beim Öffnen der Kiste lebt oder tot ist?
Ein Wissenschaftler würde vermutlich behaupten, es sei einfach nur der Zeitpunkt!
Als wenn dir in rascher Abfolge am Computer zwei verschiedene Grafiken vorgespielt werden und wenn du auf Enter drückst, bleibt das Bild halt stehen. Aber ist es wirklich so simpel?

Dem einen ist die Katze der beste Freund und einzige Ansprechpartner im Leben. Dem anderen sie ist ein fremdes Tier, das schon seit Wochen immer wieder seinen Vorgarten  verwüstet hat, und der ist echt sauer auf sie. Falls irgendeine Kraft im Spiel ist, die im Gegensatz zu uns Menschen an mehreren Orten gleichzeitig sein kann … warum sollte die das nicht auch wissen?!? Im einen Fall bleibt die Katze am Leben, im anderen Fall ist sie tot.

Wenn ich von Schrödingers Katze eines gelernt habe, so ist es dies:
Das Beschäftigung mit der Quantenphysik ist ein Spiel mit unbekannten Mächten.
Sollen mir die Fachleute das Gegenteil beweisen.
Ich wäre heilfroh drum, wenn sie’s könnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch’n Witz!

An „Ken tu mi“ reicht in Sachen Lachflash bisher kein Daily Joke ran, aber das ist wohl auch nicht zu erwarten. Immerhin ist dieser hier einigermaßen geistreich und hintergründig:

Bill und Hillary Clinton waren mit dem Auto auf einer Landstrasse unterwegs. Sie hielten an einer kleinen Tankstelle. Der Angestellte, der den Tank füllte, sagte plötzlich zu Hillary: ‚Hi Hillary. Kennst du mich nicht mehr? Wir gingen miteinander während unserer Volksschulzeit.‘ Hillary erkannte nun ihren ehemaligen Liebhaber und die beiden sprachen über die alten Zeiten.

Später, als Bill und Hillary ihren Weg fortsetzten, sagte Bill: ‚Nun bist du sicher glücklich, dass du mich geheiratet hast. Hättest du den Tankstellenwärter genommen, dann wärst du jetzt nicht die Gattin des Präsidenten der Vereinigten Staaten.‘ – ‚Doch!‘, antwortete Hillary, ‚dann wäre er der Präsident der Vereinigten Staaten.'“

Ist der KUNDE wirklich noch KÖNIG?!?

Aufgrund der jüngsten Erfahrungen werde ich immer skeptischer, wenn irgendwelche Geschäftsleute behaupten, dass sie nur für ihre Kunden tätig werden.

Das analoge Kabelnetz wird angeblich abgeschaltet, um den Kunden den Weg in die digitale Zukunft zu ermöglichen. Dass es sich de facto um eine Zwangsmaßnahme handelt, wobei im Wesentlichen die Hersteller von TV-Geräten ihren Reibach machen, wurde bei dieser Propaganda natürlich geschickt ausgeblendet.

Auch der Discounter meines Vertrauens hat vor seinen Toren ein riesiges Transparent ausgehängt: „WIR BAUEN FÜR SIE UM!“  – WTF! Für mich hätte man nicht umbauen müssen. Ich war bisher eigentlich ganz zufrieden.

Weil ich mir im Nachhinein unschlüssig war, ob ich in meinem jugendlichen Überschwang nicht Blödsinn geschrieben habe (Stichwort „Millionenschwerer Umbau pro Filiale“), habe ich mal eine Suchmaschine befragt. Und siehe da: Ich habe einen Artikel gefunden, da ist die Rede von 2.250 Filialen, die mit einem Etat von insgesamt 5,2 Miliarden zwangsmodernisiert werden sollen.  Da kommt mein Taschenrechner tatsächlich auf einen Betrag von satten 2,3 Millionen pro Filiale. Ich werde den Artikel unten verlinken, da wahrscheinlich ohnehin jeder weiß, welcher Discounter gemeint ist.

In dem Artikel ist auch die Rede davon, dass es der Geschäftsleitung auf eine „Modernisierung“ ankommt. Vielleicht lebe ich ja hinterm Mond, aber ich kann mir nicht helfen: Ich persönlich hatte auch in Sachen Modernität bisher nichts zu bemängeln. Die Zeiten, in denen die Kassiererin jede Ware mühsam einzeln eintippen musste, gehören auch hier längst der Vergangenheit an. Zum Glück wurden auch hier irgendwann Scannerkassen eingeführt. Später zwar als bei allen Mitstreitern, aber besser spät als nie. Warum zum Geier muss jetzt auch noch der ganze Laden umgebaut werden?!?

Damals hat die Geschäftsführung hinterher gehinkt, zum Nachteil der Belegschaft und der Kundschaft. Jetzt scheint sie übers Ziel hinaus zu schießen – ebenfalls zum Nachteil der Belegschaft und der Kundschaft

Nach meinem Verständnis ist die Sachlage recht offensichtlich. Ich muss dazu nicht einmal irgendwelche wirren Verschwörungstheorien bemühen. Ich schätze mal, irgendemand in der Chefetage hat da irgendeinen „Big Deal“ ins Rollen gebracht. Warum, das weiß der Geier! Vielleicht nur, um sich persönlich zu profilieren.

Die Marketing-Abteilung arbeitet seither auf Hochtouren, um dem Endverbraucher die bittere Kost irgendwie schmackhaft zu machen.

Darunter zu leiden hat aber letztlich das „Fußvolk“. Allen voran „König Kunde“, der seine Ware nicht mehr am gewohnten Ort findet. Entsprechend das Personal in der Filiale, das wochenlang Nachfragen über sich ergehen lassen muss, bis sich die Kunden neu zurecht gefunden haben.

Was mich besonders irritiert: Während die „Big Shots“ von oben ihre einsamen Entscheidungen treffen – sei es in Sachen Analog-TV oder in Sachen Umgestaltung unserer Lebensmittelläden – nehmen die „kleinen Leute“ das klaglos hin.

Sogar Die Linke hatte m.W. beide Themen bislang eher nicht auf dem Plan, was mich echt enttäuscht hat! 😦

Hallo?!?
Da bestimmt die INDUSTRIE, wer künftig noch Fernsehempfang haben wird und wer nicht!! Wer sich das nicht leisten kann, soll halt Radio hören oder was.

Stattdessen schlagen sich die „kleinen Leute“ lieber gegenseitig medienwirksam die Köppe ein. Und das finde ich irgendwie traurig.

Das kommt mir fast so vor wie früher auf dem Schulhof.
Da mussten sich manche nach einer stressigen Stunde erstmal abreagieren, nachdem sie von einem arroganten Lehrer traktiert worden waren. Und die Lehrer wussten natürlich ebenfalls um ihre Machtposition. Also mussten Mitschüler dran glauben, die noch schwächer waren. Das arme Schwein von der Pausenaufsicht musste in den schwereren Fällen natürlich eingreifen, aber wirklich geändert hat das nichts an der Gesamtsituation.  Womöglich haben sich die lehrer das Pausengemetzlel dann auch noch achselzuckend bis erheitert angeschaut. Nur der Vertrauenslehrer wird sich hoffentlich seine Gedanken gemacht haben.
Aber wirklich ausrichten konnte der auch nix.
Auch ein Vertrauenslehrer ist nur ein Lehrer, der entsprechend in der Pflicht steht.

Ach, wisst ihr was … mir reicht’s so langsam!
Hier noch der versprochene Link.
Macht euch selbst ein Bild:

https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/modernisierung-aller-filialen-der-erfolgsdruck-auf-aldi-nord-waechst/21244252.html

 

 

Umbauten, die die Welt nicht braucht!

Nachweislich gibt es tendeziell einen Unterschied bei Frauen und Männern in Sachen Einkaufsverhalten. Zumindest was Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte betrifft.

Während Frauen jenseits ihrer Einkaufsliste gern bald hier, bald dort mal schauen, neigen wir Männer dazu, unsere Einkaufsliste abzuarbeiten, zu bezahlen und den Supermarkt als glückliche Kunden zu verlassen.

Als Kunde mit typisch männlichem Kaufverhalten bin ich somit dankbar darum zu wissen, wo die Waren stehen, die ich haben will und schon seit Jahren dort einkaufe. Insofern habe ich nicht die geringste Ahnung, wer von dem millionenschweren Umbau einer Filiale profitieren sollte. Irgendwer muss ja profitieren, ansonsten würde nicht so viel Geld investiert werden. Ich als Kunde habe jedenfalls nicht das Gefühl zu profitieren. Ganz im Gegenteil! Du irrst erstmal wie ein Bekloppter durch die Regale auf der Suche nach den Waren, die du käuflich erwerben willst und die jetzt ganz woanders stehen. Falls sie überhaupt noch da sind.

Ehrlich gesgt, kann ich mir auch nicht denken, dass irgendein Durchschnittskunde argumentiert:
„Hey, euer Sortiment liegt immer am selben Platz!
Jetzt räumt doch endlich mal um!“

Ich kann mich an einen anderen Umbau in den letzten Jahren erinnern.
Das betraf eine andere Ladenkette. Irgendwie konnte ich mich da aber mit der Zeit einfuchsen. Zumal ja jede Filiale etwas anders aufgebaut ist.

Aber in diesem Fall war es wirklich ein Albtraum.
Natürlich wirst du mit der Zeit auffällig, wenn du eine halbe Stunde lang durch das Geschäft irrst, ohne irgendwas aus dem Regal zu nehmen.  Und wenn du sogar einen Mitarbeiter fragst und trotz Erklärung nicht weiter kommst … dann bleibt dir am Ende nur, den Laden unverrichteter Dinge und mit nicht allzu positiver Stimmung im Herzen zu verlassen. Offenbar bin ich jetzt sogar schon zum Einkaufen zu blöd! So groß ist der Laden ja nun auch wieder nicht.

Falls es die Intention des Umbaus gewesen sein sollte, für diese Art von „Kundenzufriedenheit“ zu sorgen … Respekt! Dann ist es den Verantwortlichen vollauf gelungen! Zumal ich keinen Bock habe, diese Filiale in Zukunft nochmal aufzusuchen. Ich finde da ja erfahrungsgemäß doch nicht mehr auf Anhieb die Sachen, die ich suche.

Ich hätte noch die Option gehabt, den Laden zusammen zu brüllen oder noch ein zweites Mal nachzufragen und mich daraufhin wie ein Kleinkind an die Hand nehmen zu lassen. Nach beidem war mir irgendwie nicht.

Was mir echt Angst macht, ist, dass diese Umbaumaßnahmen offenbar flächendeckend durchgeführt werden. Auch eine andere Filiale, in der ich öfters einkaufe, ist davon betroffen. Vielleicht ist nach der Wiedereröffnung dann auch dort nichts mehr, wie es vorher war.

Mal ehrlich: Was soll der Scheiß …?