Leichte Sprache

Heute habe ich meine Wahlbenachrichtigung für die Bundestagswahl erhalten.
Wie bereits in den vergangenen Jahren werde ich auch diesmal wieder Briefwahl beantragen. So kann ich mir das in Ruhe durchlesen, bevor ich meine Kreuze mache.

Positiv aufgefallen ist mir, dass man sehr um Barrierefreiheit bemüht ist.
So gibt es da etwa den Punkt „Informationen in leichter Sprache“.
Ein entsprechender Internet-Link ist in dem Anschreiben aufgeführt .

Dort werden zu verschiedenen Themen rund um die Wahl Informationen bereitgestellt.

So heßt es etwa unter der Überschrift „Was ist die Erst-Stimme“:

Die Erst-Stimme steht auf dem Stimm-Zettel
auf der linken Hälfte.
Da stehen die Bewerber
von dem Wahl-Kreis.
Das sind die Wahl-Kreis-Bewerber.
In jedem Wahl-Kreis gibt es andere Wahl-Kreis-Bewerber.

Dieses Foto zeigt einen Stimm-Zettel.

Mit der Erst-Stimme können Sie einen Bewerber
von Ihrem Wahl-Kreis wählen.
Der Bewerber mit den meisten Stimmen
kommt direkt in den Bundest
ag.

Bei jedem Bewerber steht
der Wohnort und der Beruf dabei.
Außerdem steht dort,
in welcher Partei er ist.

Ich bin da gespalten.
Ein Teil vom mir hält es für eine rührende Geste, auf diese Weise auch Menschen mit Behinderung und / oder an Demenz Erkrankte einzubeziehen.
Ein anderer Teil fragt sich, inwieweit es sinnvoll ist, einen komplizierten Link für solche Adressaten in ein Schreiben zu packen, damit die die Informationen abrufen können.
Und ein dritter Teil sieht leider die Beamten vor sich, während sie diese Texte verfassen …

Als sie noch gesund war, ist meine Mutter bei Wind und Wetter zum Wahllokal.
Sie hat immer gesagt, das sei ihre Bürgerpflicht.
Gestern habe ich sie gefragt, ob sie wählen möchte …

Streaming Review: Downton Abbey

Es gibt Filme, die sind für das Kino geschaffen und nicht für Streamingdienste. Umgekehrt gibt es aber auch Filme und Serien, die schaut man sich besser via Internet an. Und sei es, weil du dort als Zuschauer die Wahl hast, den O-Ton zu hören oder die Synchronfassung. Diese Auswahl bietet das Kino nicht.

Angeblich sind in skandinavischen Ländern die Schüler gut in Fremdsprachen, weil dort im Kino ausländische Filme oft im Original mit Untertiteln gezeigt werden. Hier in Deutschland gibt es hingegen eine Synchronkultur. Dafür bin ich nach wie vor dankbar, auch wenn viele markante Stimmen von früher leider inzwischen für immer verstummt sind.

„Downton Abbey“, die britische Serie rund um einen feudalen Familienbesitz in Yorkshire und seine Entwicklung in den Jahren 1912 bis 1927, kannte ich schon vorher in Teilen durch die TV-Ausstrahlung. Dank Netflix & Co hatte ich nun die Möglichkeit, mir die Geschichte von Anfang bis Ende im Original mit Untertiteln anzuschauen, was ich auch getan habe. Ob sich dadurch meine Englischkenntnisse verbessert haben … keine Ahnung! Ich hatte den Eindruck, dass ich die meiste Zeit eher gelesen habe, als mich auf mein Schulenglisch zu verlassen.

Dennoch war es eine wertvolle Erfahrung und ich bin traurig, dass sie vorerst beendet ist. Was mir vielleicht gerade durch den O-Ton aufgefallen ist, ist das ungemein professionelle Spiel sämtlicher Darsteller. Die Queen der Mimik ist natürlich die Darstellerin der Tochter Mary Crawley, Michelle Dockery , mit ihrem faszinierenden Silberblick. Ein einziger Augenaufschlag von ihr sagt mehr als 100 Worte … man kann sich gar nicht satt sehen! Infolgedessen habe ich auch auf die Mimik und Gestik aller anderen Darsteller geachtet und fand auch diese perfekt. Nicht nur Maggie Smith in der Rolle einer einer ebenso snobistischen wie auch lebensklugen alten Dame macht dem Zuschauer Freude. Was ich nie kapiert habe, ist, warum Lady Edith so ein Mauerblümchen ist. Nix gegen Lady Sybil, aber die war die Unscheinbarste der drei Schwestern.

Kurz und gut: „Downton Abbey“ wird künftig in der Betrachtung schauspielerischen Wirkens meinen Maßstab deutlich erhöhen.

Dennoch wäre ich ein schlechter Kritiker, wären mir nicht auch einige Schwachstellen aufgefallen. Da wird etwa gleich zu Anfang eine Figur eingeführt, die als Kammerdiener tätig sein soll, aber aufgrund einer Gehbehinderung Probleme hat. Der Mann geht am Stock. Kickt jemand den Stock weg (was eine andere Person fieserweise auch tut), fällt er um. Er unterzieht sich sogar einer schmerzhaften Behandlung, um die Behinderung zu überwinden. Auch später sehen wir ihn gelegentlich noch am Stock, aber alle damit verbundenen Probleme scheinen jäh vergessen. Solche Soap opera typischen Ausrutscher finden sich mehrere im Verlauf der insgesamt 6 Staffeln.

Wie in jeder Soap gibt es natürlich auch hier eine Handvoll unfehlbare Charaktere und ebenso auch deren Gegenspieler, die ihre Freude an Intrigen haben. Aber „Downton Abbey“ setzt dennoch nicht auf Schwarz-Weiß-Malerei. Im Gegenteil: Am spannendsten wird die Handlung immer dann, wenn jemand von den vermeintlich Guten auch seine dunklen Eigenschaften offenbart. Doch auch die vermeintlich Bösen zeigen am Ende ihre guten Seiten, und zwar jeder von denen! – Naja … sagen wir, fast jeder! Es gibt einige wenige Ausnahmen.

Fazit: Ich mag dies Ambiente des alten Landsitzes. Ich bewundere die dezente Art, wie die Leute miteinander umgehen („Will you excuse me, please…?“) und ich labe mich an der Botschaft, die die Serie vermittelt und die da lautet: Egal wie schlimm es kommt … am Ende wird alles gut! 👍 Mehr als eine Szene hat mir nasse Augen beschert. Und gelernt habe ich auch etwas. Zumindest den Unterschied zwischen einem footman und einem vallet. Ich weiß: Unnützes Wissen. 😞 Egal!

Die Sonne von W.

Es gibt Namen, die wirken bereits aus sich selbst heraus kurios, und umso mehr, wenn man sie in einen Text einbaut. Ein Meister der Namensfindung war seinerzeit Bernhard-Victor von Bülow, bekannt geworden unter dem Künstlernamen „Loriot“. Da gibt es Herrn Mosbach, die Eheleute Blömann, Frau Berta Panislowski, die Familie Hesketh-Fortescue und und und.

Keine Ahnung, ob der Meister die Namen seiner Figuren erfunden hat oder ob er im Vorfeld jede Menge Telefonbücher gewälzt hat. Jedenfalls zählt zu den zahlreichen Loriot-Figuren mit einprägsamen Namen auch ein gewisser Lothar Frohwein, der im Frührentner-Drama „Pappa ante portas“ als Lyriker in Erscheinung tritt. Anlässlich einer Dichterlesung lässt dieser das Publikum an seinem recht opulenten Werk telhaben, darunter ein Trauerspiel in drei Akten mit dem Titel „Goethe in Halberstadt“.

Zur allgemeinen Unterrichtung: Halberstadt gibt es wirklich und vielleicht war Goethe sogar mal da. Ich selbst war noch nie in Halberstadt, aber ich muss bei dem Ortsnamen nicht als erstes an klassische Dichtkunst denken, sondern an ein modernes Einkaufszentrum. Ein Hoch auf unsere Vorurteile! 😎

Eine Stadt in Oberfranken, die ebenfalls real existiert, trägt den Namen Wunsiedel. Mir ist nicht bekannt, dass Loriot diesen Ortsnamen ebenfalls verwurstet hat. Nach meiner Einschätzung wäre er dessen durchaus würdig gewesen.

Natürlich hatte ich den Namen schon mal gehört, aber die Komik daran ist mir erst vor wenigen Stunden aufgefallen. Ich war kurz eingenickt und hatte beim Aufwachen den Titel „Die Sonne von Wunsiedel“ im Kopf. Der vorausgegangene Traum hatte irgendwas mit Reitsport zu tun und ich habe anschließend überlegt, vielleicht könnte ein Pferd so heißen.

Jetzt, da ich davon berichtet habe, kann mir natürlich jeder die Eingebung klauen.
Sei’s drum!
Es muss ja nicht unbedingt auf ein Trauerspiel in drei Akten hinaus laufen.

TV-Review: Tatort „Damian“

Gezeigt am Sonntag 01.08.2021 ab 20:15 im Ersten
und bis auf Weiteres in der dortigen Mediathek verfügbar.

Ich weiß, ich komme leider immer zu spät. 😔
So auch in diesem Fall.
Laut meiner TV-Zeitschrift handelt es sich hier um eine Produktion aus dem Jahr 2018. Allerdings habe ich sie erst gestern zum 1. Mal gesehen – und war sofort von einer der Hauptfiguren fasziniert. Die kommt nämlich auch zu spät. Nicht nur zum „Tatort“, sondern zu einer wichtigen Klausur. Der junge Mann ist ein Jurastudent. Er hat sich nachweislich bestens auf die Prüfung vorbereitet, muss aber feststellen, dass er den Termin verpasst hat. Und dies aufgrund eines Irrtums sogar um mehrere Wochen. Was normalerweise wie ein Albtraum klingt, scheint für die Titelfigur Damian der grausame Alltag zu sein. Zudem hört er Stimmen, die ihn verspotten, und sieht immer wieder einen seltsamen Fremden, der unversehens in seinem Umfeld auftaucht. Immerhin hat er eine hübsche Freundin und einen guten Freund, die sich beide fürsorglich um ihn kümmern. Oder vielleicht doch nicht …?

Wir haben es hier mit einem „Tatort“ zu tun, der im Rahmen zweier zu klärender Mordfälle nicht mit skurrilen Charakteren spart … bis hin zu den ermittelnden Polizeibeamten. Das Ermittler-Duo Tobler / Weber ist da nooch am dichtesten an der Normalität, auch wenn die beiden mehr als 24 Stunden Schlaflosigkeit hinter sich haben und versuchen, sich irgendwie mit Kopfschmerztabletten über Wasser zu halten.

Ebenso wie in den Polizeialltag gewährt uns die Episode auch einen kurzen Einblick in die Gepflogenheiten einer Studentenverbindung, die im Wesentlichen von einer wohl mehr als 200 Jahre alten Tradition lebt. Doch auch wenn dort manche Regelungen durchaus skurril und sinnlos erscheinen, möchte ich sie nicht pauschal verurteilen, bieten sie doch einen gewissen Halt. Man muss halt nur bereit sein, sich darauf einzulassen.

Nach dem Abspann habe ich sofort auf den Spatensender „One“ umgeschaltet, wo die Sendung ab 21:45 gleich nochmal wiederholt wird. Dasselbe wird auch jeder andere Zuschauer getan haben, der die Handlung wirklich verstehen wollte. Mehr möchte ich nicht verraten!

Fazit: Das Duo Lars Hubrich / Stefan Schaller (Buch/Regie) hat hier einen ebenso außergewöhnlichen wie auch psychologisch einprägsamen Stoff abgeliefert, der von dem gesamten Cast kongenial umgesetzt wurde. Großes Lob! Ich wünsche mir mehr Tatort-Folgen von der Sorte!


Tom der Muskelprotz

Mit dem Sport stand ich schon immer auf Kriegsfuß, allerspätestens seit meiner Schulzeit. Tatsächlich hätte ich auch nicht damit gerechnet, dass sich das jemals ändert. Bis ich eines Tages das Krafttrainig für mich entdeckt habe.

Tatsächlich, müsste ich dazu nicht mal vor die Tür, und das ist auch gut so!
Ungern möchte ich anderen meinen Anblick beim „Sportmachen“ zumuten geschweige denn mir selbst deren Reaktionen darauf. Das kenne ich aus der Vergangenheit zur Genüge und ich darf sagen: Es wirkt nicht unbedingt motivierend.

Mir diesen Hometrainer in die Wohnung zu holen, war eigentlich gar kein Plan, sondern eher eine Laune. Als ich die Diabetes-Diagnose bekam, hieß es, Bewegung sei hilfreich. Das Standard-Angebot, stundenlang im Pulk mit Skistöcken in der Hand durch die Landschaft zu tapern, kam von vornherein nicht infrage, denn an dieser Vorstellung war und ist mir fast alles zuwider. Die Skistöcke wären dabei noch das geringste Problem gewesen …

Den Hometrainer hatte ich mir im Internet bestellt, weil er günstig war. In den Facheschäften wurde lachend abgewunken … nur um mir ein doppelt so teures Gerät zu empfehlen.

Doch immerhin hat mir das Gerät anschließend 2 Jahre lang gute Dienste geleistet.
Und das würde auch jederzeit wieder tun. Wenn ich es denn in Anspruch nehme.

Ich hatte mir vorgenommen, 10 „Kilometer“ zu „radeln“ und dabei die Hindernisstufe sukzessive zu erhöhen und anschließend wieder zu verringern. Kurz darauf kam mir die Idee, nebenbei mit verschiedenen Gewichten zu arbeiten. Jemand hatte mir mal aus Spaß mal eine 10-Kilo-Hantel geschenkt, die als Souvenir und Staubfänger irgendwo rumlag. Die habe ich auseinander gebaut und die vereschiedenen Gewichte in mein Trainingsprogramm integriert. Die Hauptrolle spielten bald die 2,5 kg Scheiben.

Und tatsächlich … nach etwa 2 jahren hatte ich wirklich bemerkenswert feste Oberarme. Auch habe ich bemerkt, wie viel mehr Kraft ich in den Armen bekomme. Meine größte Heldentat war wohl, dass ich den Abfluss vom Waschbecken freigelegt habe. Meine Mutter hatte dort versehentlich eine wertvolle Halskette versenkt Sie war unendlich dankbar, als ich ihr das Teil zurückgeben konnte. Allerdings hat das Abschrauben mindestens 20 Minuten gedauert. Die ganze Zeit hatte ich die Hände oben. Dank dem Training habe ich das auch geschafft. Heute würde ich es nicht mehr schaffen.

Am Ende bin ich sogar mehrmals in so einem Laden für Sporternährung gewesen, um mir so ein Proteinzeugs zu kaufen, auch wenn ich mich da jedesmal absolut fehl am Platz gefühlt habe. Einen Rest von dem Zeugs habe ich immer noch in der Küche rumstehen.

Dass Hauptproblem: Es gab regelmäßig Unterbrechungen. Ich konnte längere Zeit nicht vor Ort sein und habe es anschließend immer mehr schleifen lassen, das Training sofort wieder aufzunehmen. Irgendwann habe ich es dann ganz bleiben lassen

Nun hätte es spätestens seit dem 1. Lockdown keine Unterbrechungen mehr gegeben, ich hätte jetzt wirklich täglich trainieren können. Manch ein Vollblut-Sportler, der nun nicht mehr ins Studio durfte, hätte mich um diese Möglichkeit beneidet. Aber die aufgebauten Muskeln waren zu dem Zeitpunkt längst futsch. Ich hätte wieder ganz von vorn anfangen müssen, mit 1,25 Kilo. Wenn überhaupt. Über zwei bis drei vereinzelte Versuche sind die Bemühungen seither nicht hinaus gekommen. Sie haben mir eher gezeigt, was ich nicht mehr kann bzw. was ich ggfs. wieder vor mir habe … und das hat mich eher entmutigt und abgeschreckt als motiviert.

Gelegentlich nehme ich seit Kurzem wieder die Hanteln zur Hand, die ich mir in meiner Trainingsphase zuletzt bestellt hatte. Die wurden als Damenhanteln angeboten und haben auch die entsprechende Farbe, aber mit 5 kg ist es immerhin das höchste Gewicht in dieser Kategorie. Natürlich mache ich das, ohne gleichzeitig zu strampeln. Aber wenn ich die Hantel auf jeder Seite abwechselnd stemme und das jeweils zehnmal, habe ich anschließend zumindest das Gefühl, etwas getan zu haben. Ich weiß nicht, ob das ein neuer Anfang ist. Wahrscheinlich nicht.

Selbsthilfe

Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist der Begriff „Selbsthilfegruppe“ ein Widerspruch in sich selbst. Hilf dir selbst, ansonsten hilft dir keiner (oder Gott bzw. das Leben „hilft“ dir). Wozu braucht es da eine Gruppe?

Amazon Problem Nachtrag

Offenbar bin ich immer noch angemeldet, aber um die Sicherheitseinstellungen einzusehen bzw. zu ändern, müsste ich mich nochmal extra anmelden, d.h. die mühsame Prozedur wiederholen. Da habe ich heute keinen Bock mehr drauf!

(Glücklicherweise muss ich das nicht jedesmal machen, wenn ich eine Bestellung tätigen will. Hab’s gerade ausprobiert und die Bestellung gleich wieder storniert.
Ansonsten hätte ich meine eh schon magere Wishlist eines ihrer Kernstücke beraubt.
😀 )

Angeblich dient ja die Technik dazu, dem Menschen das leben zu erleichtern.
In diesem Fall habe ich erlebt, wie sie mir astrein Steine in den Weg legt!

Es gibt Verschwörungstheoretiker, die gehen davon aus, dass in den Anti-Corona-Impfstoffen geheime Mikrochips enthalten sind, mit deren Hilfe Bill Gates die Kontrolle über unsere Körper und unser Bewusstsein erlangen könnte. Diese Hypothese halte ich – gelinde gesagt – für nicht sehr belastbar.

Ich denke, diese Leute sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Denn eigentlich müssen wir uns gar nicht erst in den Science fiction Modus begeben, um zu sehen, was passiert.

Ich bin mir sicher: Mit einem Smartphone wäre meine Neuanmeldung bei Amazon eine Frage von höchstens 2 Minuten gewesen. Ein solches besitze ich leider nicht und ehrlich gesagt habe auch nicht das Bedürfnis danach. Ich nutze mein Mobiltelefon lediglich für SMS und zum Telefonieren. Nun fühle ich mich aber quasi genötigt, was Neues anzuschaffen, was ich eigentlich gar nicht haben möchte. Einfach nur um Aufgaben des täglichen Lebens zu erledigen, die ich schon vorher mit der alten Technik erledigen konnte.

Offenbar geht die Geschäftswelt wie selbstverständlich davon aus, dass jeder die neueste Technik zur Verfügung hat und auch nutzt. Und das scheint auch allgemein akzeptiert zu werden. Was den technischen Fortschritt betrifft, könnte man fast den Verdacht bekommen, dieser mysteriöse Gehorsams-Chip sei längst im Bewusstsein der Bevölkerung implantiert. Und das ganz ohne vorige Impfung. 😮

Nicht gesehen wird, dass mit diesem Prozedere ganze Bevölkerungsschichten gezielt abgehängt werden. Ein prägnantes Beispiel ist die „Corona Warn App“ des Gesundheitsministeriums. Die hat die relevanten Bevölkerungsgruppen – die Alten und Kranken – gar nicht erreicht, weil sie nur auf neuen Geräten installierbar war. Hand hoch: Wer kennt einen Menschen ü80, der ein Smartphone besitzt und nutzt? In meiner Verwandtschaft hatten tatsächlich mehrere ältere Leute so ein Teil, haben es dann aber entnervt zurückgegeben. Mein Onkel ist ein Ingenieur im Ruhestand mit jahrzehntelanger Berufserfahrung. Der hat also durchaus eine Beziehung zur Technik. Trotzdem kann ich ihm nicht mal ein Foto zuschicken, weil sein Handy dafür nicht ausgelegt ist.

Ebenso abgehängt sind die Mitbürger, die sich die sich das Upgrade schlichtweg nicht leisten können. Davon dürfte es gerade angesichts der Corona-Krise nicht wenige geben. Auch ich habe bereits 2 „Warnhinweise“ meines Anbieters erhalten, weil das 3G Netz ab dem 30.06.2021 abgeschaltet wird. Ich möge mich doch bitte um ein Gerät bemühen, das mindestens für 4G ausgelegt ist, am besten gleich für 5G. Ich habe nachgeschaut. Das billigste Gerät kostet ohne Vertragsbindung rund 70 Euro, das teuerste rund 480 Euro. Vertragsbindung kommt für mich eh nicht infrage. Nicht mehr!

Vielleicht ein weiterer Fall für die Wishlist …? 😶

Crazy Idea: Ich könnte meine Wishlist ja mal um ein Gerät der mittleren Preisklasse ergänzen und den Link dann probeweise an Microsoft schicken. Schaumermal, was passiert. Bestenfalls gar nichts. 😎

Amazon Problem gelöst

Es hat mich einiges an Nerven gekostet, aber jetzt konnte ich mich wieder einloggen!
Hurra! Auf die Idee, den Link Ziffer für Ziffer, Buchstabe für Buchstabe, Zeichen für Zeichen vom Handy Display abzutippen und im Browser einzugeben, hätte ich auch gestern schon kommen können. Natürlich gab es vorher mehrere Fehlschläge, weil ich die komplizierte Zeichenfolge nicht korrekt eingegeben habe.

Nachdem es jetzt wieder funktioniert, werde ich mich nie wieder abmelden.

Tatsächlich ist Amazon gerade in den vergangenen Monaten zu einem wichtigen Utensil geworden, um meine Mutter auf Zuruf aus der Ferne mit allem zu versorgen, was sie braucht.

Übrigens hatte ich nie wirklich den Plan, der Öffentlichkeit meine Wishlist aufs Auge zu drücken. Bestenfalls verschicke ich den Link vor meinem Geburtstag auf Anfrage im Familienkreis, falls mir jemand was schenken möchte und keine Idee hat.
Ich denke, so nutzen das die meisten Leute, die keine großen Youtuber sind. 😎

Probleme mit Amazon

Der „Drachenlord“, ein bekannter Youtuber, hat eine Art erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt: Auf Amazon hat er eine Wunschliste erstellt mit mehreren Gegenständen, Werkzeugen und Kleidungsstücken, die er unbedingt braucht oder gern hätte. Deren Preisklasse reicht von bescheidenen 7 Euro für ein Taschenbuch über rund 50 Euro für ein Schnurlos-Telefon bis hin zu einem Akku-Schlagschrauber für schlappe 359,59. Immerhin räumt er bei diesem Produkt ein, dass er den Betrag seinen Freunden und Förderern nicht zumuten möchte. Stattdessen regt er an, man könne doch zusammen legen.

So eine Wunschliste habe ich auch mal erstellt, aber dass die öffentlich einsehbar ist, hatte ich bislang eher am Rande registriert. Es war eher eine Liste von Dingen, die ich mir vielleicht irgendwann mal leisten möchte, wenn ich mehr als genug Geld zur Verfügung habe. Aber jetzt dachte ich mir: Was der Drachenlord kann, kann ich auch. Denn der bekommt tatsächlich immer wieder Pakete von Zuschauern, die ihm auf den eigenen Nacken sein gewünschtes Zeugs zuschicken lassen. Das muss sich anfühlen wie jeden Tag Geburtstag und Weihnachten. Er nimmt die Gaben dann mehr oder weniger huldvoll in Empfang.

Dann aber habe ich einen fatalen Fehler gemacht, der zu dem o.a. Problem geführt hat.
Ich habe mich nämlich abgemeldet, weil ich nachsehen wollte, ob meine Wishlist wirklich von außen einsehbar ist. War sie nicht! 1 Minute Nachdenken hätte mir die weitere Bredouille erspart. Denn um seine Wishlist öffentlich zu machen, muss der Amazon Kunde selbst einen Link erstellen. So macht es auch der Drachenlord, der seinen Link unter jedes seiner Videos postet.

Was Amazon betrifft, war ich jedenfalls nunmehr abgemeldet. Das war schon vorher öfters der Fall, also war ich zu dem Zeitpunkt noch ganz entspannt. Ich dachte mir, ich müsste mich nur mit Nutzernamen und Passwort wieder neu anmelden. Aber Pustekuchen! Nachdem ich beides eingegeben habe, bekomme ich eine Nachricht auf mein Handy. Darin ein Link, den ich bitte „antippen“ solle. Nun besitze ich kein Smartphone, sondern nur ein altes Gerät. Trotzdem ist es mir irgendwann gelungen, den Link aufzurufen. Weiter gebracht hat mich das allerdings auch nicht. Der Aufruf wurde jedesmal abgewiesen mit dem Hinweis „Sichere Verbindung fehlgeschlagen“

Als letzte Option wurde mir der Amazon Kundendienst angeboten.
Unter der Maßgabe, dass die Rufnummer nicht erreichbar ist (das trifft ja auf meinen Fall am ehesten zu) lese ich da folgendes:

Haben Sie das gewusst?

Haben Sie es über die Wiederherstellungsseite versucht? Wenn Sie noch Ihr Passwort haben, können Sie die Zwei-Schritt-Verifizierung deaktivieren und Ihr Konto wiederherstellen. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm hier, um Ihre Dokumente hochzuladen.“

Jetzt mal abgesehen davon, dass ich mit beiden Links immer wieder auf der Anmeldeseite lande:

Da werden offensichtlich gleich amtliche Dokumente verlangt, um nachzuweisen, dass ich wirklich ich bin. Dabei habe ich mich doch nur kurz im guten Glauben ausgeloggt. 😥😥😥

Somit müsste ich meine Amazon Wishlist um folgendes Equipment erweitern:

  • 1 Scanner bzw. 1 Faxgerät
    oder alternativ
  • 1 modernes Smartphone, das eine „sichere Verbindung“ gewährleistet.

    Aber nein … das geht ja leider nicht!!!
    Da ich ja keinen Zugriff auf mein Konto habe!

    Das sind so die Blüten, die dieser Sicherheitswahn treibt. 😥

    Falls jemand eine Idee hat, wie ich das lösen kann, bitte melden!